BEST-Sabel Berufsfachschule für Design

Infomaterial Bewerben Kontakt

Mode-Shooting im verlassenen Armeestützpunkt Wünsdorf

0

Wünsdorf, ein Stadtteil von Zossen, das 20 km südlich von Berlin liegt, ist heute vor allem bekannt als riesiger sowjetischer Militärstützpunkt. Die bereits in der Kaiserzeit entstandenen imposanten Gebäude stehen erst seit dem Truppenabzug 1994 leer und wirken doch, als hätte seit Ewigkeiten kein Mensch mehr das Gelände betreten. Die verlassene Garnison, die als autarke Stadt mit Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten angelegt war, nutzten die angehenden Fotodesigner der Klasse F 12 unter der Leitung der Dozentin Nora Bibel für ein Modeshooting mit einer ganz besonderen Kulisse.

„Das schöne an diesem Ort ist, dass er so viele unterschiedliche Szenarien zulässt“, begründet die Dozentin Nora Bibel die Entscheidung, das Modeshooting auf dem Gelände des verlassenen Militärstützpunktes Wünsdorf zu machen. Bei einer ersten Besichtigung, die einige Tage vor dem eigentlichen Shooting stattfand, hatten die Schüler die Gelegenheit, sich einen Eindruck vom Gelände und den verschiedenen Gebäuden, Räumen und dem Lichteinfall zu verschaffen, um ihre Arbeit planen zu können.

Der Arbeitsauftrag für den Tag des Shootings lautete, eine Bildreihe mit sechs verschiedenen Mode-Motiven aus einer Kollektion zu arrangieren. Natürlich kam dafür keine Mode von der Stange in Frage. Die angehenden Fotodesigner sollten eine Kooperation mit einem Designer ins Leben rufen und Models, Visagisten und Assistenten für ein professionelles Shooting engagieren. Auch entsprechend in Szene gesetzte Vintage-Mode war erlaubt.

Ein bisschen Planung, ein bisschen Spontaneität

Im „Gepäck“ hatte am 2. Oktober 2014 jeder Fotodesigner sein Team aus Models, Maskenbildern, Stylisten, Assistenten und Modedesignern sowie das technische Equipment für die Umsetzung der Bildreihen. Zwar gab es für jedes geplante Motiv ein Konzept, welches der Schüler im Vorfeld mit dem Team besprochen hatte. Das i-Tüpfelchen für das perfekte Bild war jedoch oft der nicht akribisch geplante Moment: „Bei einigen Dingen merkt man erst in der Situation, ob sie wirklich funktionieren. Natürlich hat man ein Konzept im Kopf, aber manchmal muss man improvisieren, weil das Ergebnis nicht das gewünschte ist. Oft kommen mir auch erst beim Fotografieren neue Ideen. Genau das ist das Spannende an einem solchen Shooting“, erzählt die Schülerin Tatjana Schenk.

Das Fotografieren außerhalb des Studios erfordert außerdem besondere Flexibilität: „Eine der größten Herausforderungen in Wünsdorf war die besondere technische Situation. Im Studio hat man alles zur Hand und kann die Szenerie beliebig variieren. Beim Modeshooting musste ich mit einem festen Hintergrund arbeiten. Die Bildwirkung erzielte ich also fast nur durch den Ausschnitt und die Bewegung mit der Kamera“, sagt Tatjana, die die verträumt-romantische Kollektion der Modedesignstudentin Annabell Johannes fotografiert.

Mit Bildern (Mode-)Geschichten erzählen

Mit der Bildserie eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen und die besondere Kulisse in diese einzubinden, war Teil der Aufgabenstellung. Die Schülerin Mandy Möbes (26) entschied sich dafür, die schlicht gehaltene Damen- und Herrenkollektion des Jungdesigners Eyal Meistel, bei der gedeckte Farben vorherrschen, mit erzählerischen Elementen des Balletts „Der Nussknacker“ zu verbinden. Als Location eignete sich das alte Theater im „Haus der Offiziere“ in Wünsdorf perfekt.

Mandys Bilder leben von der Kulisse der zerschlissenen Theaterbühne, dem Styling und Accessoires der Models, die auf das Nussknacker-Thema abgestimmt sind, und dem gekonnt gesetzten Licht durch Soft-Boxen und Spots. Model Jean-Cédric Sow betont die Bedeutung von Mimik und Gestik: „Der Designer hat mit sehr schlichten Schnitten und Farben gearbeitet. Ein dramatischer Gesichtsausdruck und die richtigen Posen werden dadurch umso wichtiger, denn davon leben die Bilder später“, sagt er.

Ergebnisse vom Fotoshooting in Wünsdorf finden Sie hier.

Weiterempfehlen

Comments are closed.