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TransformART

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Das Thema TRANSFORMART fokussiert eine kritische Auseinandersetzung mit der mangelnden Präsenz afrikanischen Mode- und Textildesigns auf dem internationalen Modemarkt.

Folgende Aspekte erschweren eine internationale Präsenz afrikanischen Modedesigns: Die Baumwolle ist eines der wichtigsten Exportgüter des afrikanischen Kontinents. Durch die Subventionen der USA und der Europäischen Union für die eigenen Baumwollvorkommen ist das „Weiße Gold“ Afrikas jedoch weitgehend vom Welthandel ausgeschlossen. Aufgrund fehlender Ausbildungs- und Produktions- und Distributionsstrukturen auf dem Gebiet der textilen Produktion findet eine textile Weiterverarbeitung vor Ort nur peripher statt. Die meist manuell hergestellten Druckstoffen messen die Afrikaner nur eine periphere Bedeutung bei.

Hingegen die von der afrikanischen Diaspora als „traditionell“ erachteten Waxprints des niederländischen Textilproduzenten und Exporteurs Vlisco erfreuen sich größter Beliebtheit. Ursprünglich wurde die Textildrucktechnik aus Indonesien importiert und durch eine geschickte Marketingstrategie als pseudoafrikanische Ideal vermarktet. Bis heute genießen diese sehr teuren Stoffe einen hohen Prestigewert.

Der Entwicklung einer kamerunischenund afrikanischen Textil- und Modeindustrie steht ein zudem ein boomender Second-Hand Markt aus europäischen Altkleiderlieferungen und asiatischer Billigimporten entgegen. Es mangelt an einer internationale Präsenz von kamerunischen und afrikanischen Modedesignern, zumal seit Jahren afrikanische Textilkunst unbekannterweise als Quelle der Inspiration für den globalen Markt genutzt wird.

Diesen ambivalenten Status wollen wir kritisch beleuchten, ästhetische Stellung beziehen und einen Beitrag zur Wertschätzung dieser Textilien leisten. Mit der Realisation einer Re_DESIGN Modekollektion beabsichtigen wir die antikommerzielle Entwicklung von Mode und Accessoires aus typisch afrikanischen, manuell bedruckten Baumwollstoffen im Mix mit Second-Handtextilien und „Konsumabfällen“. Ein künstlerischer Diskurs über Dekonstruktion, Wege zur Erneuerung zu finden um das Originäre der afrikanischen Textilkultur herauszustellen.

 

Fotos: Susanne Kreuz

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