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Absolventenpreis BEST-of 2015 – “Die Passion Boris“

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Mit dem „BEST of“ wurde im Bereich 3D-Grafik die Abschlussarbeit von Julian Höret als beste des Jahrgangs ausgezeichnet. In seinem 3D-Animationsfilm „Die Passion Boris“ setzte er sich mit menschlichem Verhalten rund um Leidenschaft, Leiden, Glauben und Macht auseinander.

„Fabel“-hafte Story

Als erstes kam ihm die Idee, seine erdachte Story mit Tieren zu erzählen. So könne man sehr gut menschliches Verhalten widerspiegeln, meint Julian. Dazu rief er ein Mäusevolk ins Leben. Seine Maus steht symbolisch für die Kraft von Willen, gepaart mit Leidenschaft. Selbst der Kleinste kann alles schaffen „Außerdem fand ich interessant, unsere Alltagsumgebung aus der Perspektive einer Maus zu zeigen.“ Es geht um eine Maus, die eines Tages das Rezept zur Produktion von Käse findet. In der Welt der Maus ist Käse eine „heilige Gabe“, die die Mäuse nur von den Menschen bekommen können. Nachdem bekannt wird, dass die Maus angeblich weiß, wie man Käse produziert, wird sie von den „Ältesten“ als Ketzer beschimpft und ausgestoßen. Doch die Maus hält an ihrem Glauben fest und überzeugt andere Mäuse, die sie unterstützen. „Ich wollte darauf hinweisen, dass jeder Einzelne von uns mitverantwortlich ist, dass Macht, egal in welcher Form, nicht missbraucht wird.“

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Eine Maus in Moskau

Der Ort des Geschehens musste verschiedene Herausforderungen erfüllen: 1. Die Skyline sollte eindeutig erkennbar sein. 2. Die Geschichte der Stadt, ihr religiöser oder geheimnisvoller Hintergrund sollte zur Story passen. 3. Die Stadt sollte nicht an bereits bekannte Filme oder Filmszenen erinnern. („Damit fielen Paris und New York schon mal weg, da sonst jeder sofort an die Filme „Ratatouille“ oder „Feivel…“ denken würde.“) Julians Wahl fiel schließlich auf Moskau. Warum? „Moskau ist eine sehr alte und geheimnisvoll wirkende Stadt mit außergewöhnlicher Architektur. Hier bestimmen – wie auch in meiner Geschichte – Oligarchen und Kirche die Gesellschaft.“

660_#7_zwinker_bsModellieren, Texturieren, Animieren und Rendern

Die einzelnen Szenen und Charaktere wurden im Programm „Autodesk 2015“ umgesetzt. Dabei gestaltete sich das Modellieren einer authentisch wirkenden Maus zu einer Herausforderung.

#4_Mouse1_Front#5_Mouse1_SideAuch wenn hier Übertreibungen und cartoonähnliches Verhalten gewünscht sind, sollen doch die Bewegungen später realistisch wirken. Mit Hilfe eines „Maus-Rohlings“ entstand nach und nach die Maus Boris. Wichtige Punkte dabei sind die Wahl und Gestaltung von Oberflächen und Texturen. Je nach gewünschter Eigenschaft werden die Oberflächen den Objekten zugewiesen.
Doch viele Objekte haben nicht nur Materialeigenschaften, wie Glanz oder Transparenz, sondern auch eine typische Oberflächenstruktur. Mittels Fotos oder gemalter Bilder wird diese als Textur simuliert.

660_#6_walkcycleFür die Animation waren ein genaues Timing der Bewegungen und eine zeitliche Planung der Szenen wichtig. Schließlich sollten sich Synchronisation und Soundtrack perfekt den Szenen anpassen. Die meisten Animationen wurden im sogenannten „pose to pose“-Verfahren animiert. Bei diesem für Charakteranimation gängigen Verfahren werden eine Anfangs- und eine Endpose erstellt. Das Programm errechnet die Schritte dazwischen. Das Rendering, also die Berechnung der Bilder bspw. aus einer 3D-Szene, hat mit 100 Stunden allein ein Sechstel der Projektarbeitszeit in Anspruch genommen.

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Warum ein Kurzfilm?

„Für mich stand sofort fest, dass ich das Passionsthema mit einem Animationskurzfilm umsetze. Genau dieser Bereich hat mich schon während der Ausbildung sehr interessiert“, begründet der Absolvent seine Entscheidung. Passion an sich sei vielschichtig. Wo Leidenschaft sei, wären oft auch Leid und Leiden. „Passion ist nichts Halbes, es ist die volle Hingabe“ – liest man im Vorwort seiner Abschlusspräsentation. Dieses Statement zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Arbeit.

Und das eigene Projekt-Fazit?

„Mein sogenanntes Maus-Projekt war voller Höhen und Tiefen“, beschreibt der 3D-Absolvent seine Arbeit. „Ich zeichnete und hatte viele Ideen im Kopf für einen aussagekräftigen Kurzfilm bzw. Trailer. Technisch herausfordernd war dann die Umsetzung in 3D.“ Es habe Tage gegeben, an denen sein 3D-Programm -zig Mal abgestürzt sei und er fast völlig verzweifelte, berichtet Julian. „Aber das Gefühl, wenn man eine Szene fertig gerendert hat und sie aussieht, wie man es sich vorgestellt hat, entschädigt für manchen Zorn und Entmutigung durch technische Schwierigkeiten.“

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