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Alexander Stanek: Präsenzen

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„Schichten“ – so lautete das vorgegebene Abschlussthema für den Modesign-Jahrgang 2013/2014. Diese interpretierte er Schüler Alexander Stanek mit seiner Kollektion „Präsenzen“ als transzendente Ebenen der Daseinsform zwischen Leben und Tod. Die nicht materiell fassbaren Dimensionen, welche die Seele auf dem Weg vom irdischen Leben bis hin zum endgültigen Eintritt ins Jenseits durchschreitet, in einer Herrenmodekollektion zu symbolisieren, gelang durch einen fließenden und verschleierten Stil, der sich Schicht für Schicht um den Körper legt. Alexander Stanek konzentrierte sich vor allem auf die Silhouetten der einzelnen Entwürfe und legte den Schwerpunkt auf den Einsatz von Naturstoffen.

Ruhige und besinnliche Kollektion

Dunkle Farbnuancen, umhüllende Stofflagen und ein experimenteller Stil charakterisieren die Kleidungsstücke mit dem sinnlichen und ruhigen Thema. Die Stücke erscheinen zeitlos, erdig und individuell und bestechen durch klare Einfachheit. Offene Kanten und Schlitze und Asymmetrien ziehen sich wie ein roter Faden durch das Kollektionskonzept und verdeutlichen die Unbeständigkeit und den provisorischen Charakter einer transzendenten Zwischenwelt. Faltenwürfe, welche die Outfits umhüllen, bilden eine Abgrenzung zur Realität.

Bruch mit traditionellen Rollen

Die aus zwölf bestehende Kollektion bricht bewusst mit einem traditionellen Verständnis und den Grenzen männlicher Outfits und begreift mittels Kleidung tradierte Geschlechterrollen als überholt: „In Zeiten der geschlechtlichen Neuorientierung und dem bewussten Bruch von Grenzen möchte ich aufzeigen, welches Potential in dieser für viele bedrohlichen Entwicklung steckt. In einer synthetischen, konsumorientierten Gesellschaft versuche ich mit einfachen Mitteln und natürlichen Stoffen das Wesentliche herauszustellen“, heißt es im Konzept zur Kollektion.

Diese zeigt ein neutral gehaltenes Kleid für Herren, einen Rock, einen geradlinigen Mantel, ein schlichtes Hemd, ein Tanktop, zwei mehrlagige T-Shirts sowie vier Hosen und einen Hosenrock. Alle Teile sind miteinander kombinierbar und für viele Anlässe geeignet. Abgerundet wird „Präsenzen“ mit filigranem Drahtschmuck mit geometrischen Formen, der einen Gegenpol zu den wallenden, fließenden Stofflagen bildet.

Zwischenwelt in gedeckten Farben

Verarbeitet wurden vorwiegend Naturstoffe wie Schurwolle, ein eleganter Gabardinestoff, reine Baumwolle mit besonderer Haptik und Stoffe mit hohem Baumwollanteil. Für die fließenden Stücke wurde Baumwoll-Jersey verwendet. Um den Zustand der Seelen, die ewig in der Zwischenwelt verweilen und von dieser nicht loskommen, zu versinnbildlichen, arbeitete Alexander Stanek mit gedeckten und neutralen Farben, die Ruhe und Melancholie ausstrahlen. Schwarz steht für die Zeitlosigkeit und das Nichts, die den Seelenzustand beschreiben. Die Verwendung von Grau verweist auf das Unbekannte und die nur schleierhaft wahrnehmbare Illusion einer anderen Welt.

Mentoren: Änne Stefanov (Entwurf), Ulrike Reinhardt (Schnittgestaltung), Kathrin Hartmann (Fertigungstechnik)

Fotograf: Dragon Símicević

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