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Sprung in eine andere Welt – BEST-OF 2016 im Fachgang 3D/Animation

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Für ihren Kurzfilm „Sign“ erhielt Gwennaëlle Moreau den Absolventenpreis BEST-OF 2016 im Fachgang 3D/Animation

Gwennaëlle Moreaus Abschlussarbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen Realität und Abbild. Dabei bezieht sich die 3D-Designerin auf den Philosophen und Semiotiker Charles Peirce und seine eingeführte Zeichentheorie. Dieser zufolge steht Ikon für einen Zeichentyp, bei dem sich das Zeichen und das Bezeichnete ähneln. Diesen Gedanken weiterführend fand Gwennaëlle Moreau zusätzliche Inspirationen in der Arbeit „Der Verrat der Bilder“ von René Magritte. Dieser kommentierte das Bild einer Pfeife mit dem Hinweis: „Dies ist keine Pfeife“. So sehr sich ein Zeichen und das Bezeichnete also ähneln, ein realistisches Abbild eines Objektes ist somit nicht gleichzusetzen mit dem Objekt selbst. „Es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint“, betont die 3D-Designerin und fasst somit die Botschaft ihres Filmes zusammen.

"Sign" von Gwennaëlle Moreau

Eine Welt voller Abbilder

In Gwennaëlle Moreaus Arbeit lebt die Protagonistin in einer Umgebung, die sie als real wahrnimmt. Sobald sie jedoch in direkten Kontakt mit dieser Umgebung treten will, sie berühren möchte, verwandelt sich diese in ihr Abbild. Beispielsweise erstarrt der Wecker unter ihrer Berührung zu Papier, ebenso wie das Fenster, als sie versucht, es zu öffnen. Nach weiteren erfolglosen Versuchen, mit den Objekten direkt in Kontakt zu treten, fasst sie den Entschluss, die Wohnung zu verlassen. Aber auch die Haustür verwandelt sich lediglich in ein auf Papier gezeichnetes Abbild. Nach kurzer Verzweiflung kommt der Protagonistin eine Idee.

Der Zuschauer wird nun Zeuge, wie sich die Protagonistin aus ihrer imaginären Welt befreit. Es eröffnet sich der Blick auf ein Puppenhaus, welches nur über wenige reale Möbel verfügt, und hauptsächlich mit Papierversionen von realen Objekten eingerichtet ist. Die Figur erkennt schließlich ihre Umgebung als Fantasiewelt und springt aus dem Puppenhaus in das reale Kinderzimmer – und somit in die reale Welt.

Mit handwerklichem Geschick und Liebe zum Detail

Mit ihrem Film erzählt Gwennaëlle Moreau die Geschichte einer Entwicklungsreise, einer Bewusstwerdung der eigenen Umstände. Die dabei verwendeten technischen und handwerklichen Methoden spiegeln sich in der Komplexität des Filmes wider. Ob Gestaltung des Charakters, Einrichtung der Räume, Planung der Lichtsetzung oder auch die finale Kameraführung: Der in einem Zeitraum von acht Wochen produzierte Film ist gekennzeichnet durch viele aufwendige Details, eine spannende Geschichte sowie eine individuelle Handschrift der 3D-Designerin. Auf die Frage, welcher Teil des Entstehungsprozesses ihr am meisten Freude bereitet habe, antwortet Gwennaëlle Moreau: „Die Arbeit an der Figur gefiel mir am besten. Angefangen beim Entwickeln der Konzeption über das Modellieren des Charakters und das Erstellen der Gesichtsausdrücke bis hin zum Animieren.“

Nicht nur die Protagonistin des Filmes hat eine Entwicklung durchlaufen. Auch Gwennaëlle Moreau konnte während der Arbeit an ihrer Abschlussarbeit viele neue Erkenntnisse sowie wichtige Erfahrungen sammeln – nicht zuletzt die Fähigkeit zur kritischen Betrachtung des eigenen Werkes. „Die erste Idee ist nicht immer die beste. Man muss lernen, Ideen und Inspirationen zu verwerfen, neue zu erschaffen und den alten nicht nachzutrauern.“ Ganz getreu dem Motto: es ist am Ende nicht immer alles so, wie es am Anfang scheint.

Wir gratulieren Gwennaëlle Moreau recht herzlich zur Auszeichnung mit dem Absolventenpreis „BEST-OF“ 2016 im Fachgang 3D/Animation!

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